Das große Potenzial im Energiemanagement: Flexibilisierung als Schlüssel zum Erfolg für Ihr Unternehmen

4.4.2025

In einer Zeit, in der Energiepreise für 60% der Industrieunternehmen das größte Problem darstellen, gewinnt ein intelligentes Energiemanagement zunehmend an Bedeutung. In unserem Webinar "Das große Potenzial im Energiemanagement: Flexibilisierung als Schlüssel zum Erfolg für Ihr Unternehmen" wird beleuchtet, wie Unternehmen durch Flexibilisierung erhebliche Kosten einsparen und gleichzeitig ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern können. Maximilian Dekorsy, Gründer von ecoplanet, erläutert, warum die Flexibilisierung des Energieverbrauchs angesichts der zunehmenden Volatilität der Energiepreise und der bevorstehenden Einführung dynamischer Netzentgelte unerlässlich wird.

Zentrale Erkenntnisse des Webinars

  1. Steigende Volatilität der Energiepreise: Der wachsende Anteil erneuerbarer Energien (aktuell 56%, bis 2030 voraussichtlich 84-85%) führt zu einer drastischen Zunahme der Preisschwankungen – vom 8-fachen heute bis zum 13-fachen Anfang nächsten Jahres im Vergleich zu 2019.
  2. Dynamische Netzentgelte ab 2026: Unternehmen werden künftig je nach Tageszeit unterschiedliche Netzentgelte zahlen, was bei unveränderten Prozessen zu Mehrkosten von bis zu 10% führen kann – eine "Spot-ähnliche" Situation, unabhängig vom gewählten Stromtarif.
  3. Flexibilisierung als größter Ersparnishebel: Durch die zeitliche Verschiebung einzelner Prozesse (nicht ganzer Schichtmodelle) können Unternehmen erhebliche Einsparungen erzielen – im vorgestellten Praxisbeispiel 10% der Energiekosten bzw. 0,8 Cent pro Kilowattstunde.
  4. Branchenübergreifende Relevanz: Flexibilisierungspotenziale existieren in allen Branchen – vom Seniorenheim (Kochen, Waschen) bis zum 24/7-Industriebetrieb (Peripherprozesse) – und bieten oft größere Einsparpotenziale als technische Lösungen wie Batteriespeicher.
  5. Drei Säulen erfolgreicher Umsetzung: Für eine wirksame Flexibilisierung sind tiefes Prozessverständnis, umfassende Transparenz durch Sensorik und der Einsatz von KI für Datenanalyse und Prognosen unerlässlich.

Die aktuelle Situation am Energiemarkt

Der Anteil erneuerbarer Energien im deutschen Strommix steigt kontinuierlich. Aktuell liegt er bei etwa 56% und wird bis 2030 voraussichtlich auf 84-85% anwachsen.

Diese Entwicklung führt zu einer deutlich erhöhten Preisvolatilität am Energiemarkt. Während die tägliche Preisschwankung 2019 noch bei etwa 2 Cent lag, ist sie heute bereits beim Achtfachen und wird Anfang nächsten Jahres voraussichtlich auf das 13-fache ansteigen.

Gleichzeitig werden ab Anfang 2026 dynamische Netzentgelte eingeführt, die den Energieverbrauch je nach Tageszeit unterschiedlich bepreisen. Dies bedeutet, dass Unternehmen, die ihre Prozesse nicht anpassen, mit Mehrkosten von bis zu 10% rechnen müssen.

Maximilian Dekorsy betont: "Ab Anfang 2026 ist es nicht mehr die Frage, ob ich Spot haben möchte oder nicht. Die Frage kann man sich immer noch stellen, aber Sie sind in einem Spot-ähnlichen Zustand, weil Sie dynamische Netzentgelte haben. Das heißt, Sie zahlen mehr oder weniger, je nachdem, wann am Tag Sie verbrauchen."

Flexibilisierung als Schlüssel zum Erfolg

Warum Flexibilisierung?

Die zunehmende Volatilität der Energiepreise und die bevorstehende Einführung dynamischer Netzentgelte machen es für Unternehmen notwendig, ihren Energieverbrauch zu flexibilisieren. Im Webinar wird deutlich, dass in der Flexibilisierung enorme Einsparpotenziale stecken. Unternehmen müssen sich auf diese Entwicklung vorbereiten, denn besonders mit Blick auf die kommenden dynamischen Netzentgelte wird Flexibilität zu einem entscheidenden Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit. Die Anpassungsfähigkeit bei Energieverbräuchen entwickelt sich von einer optionalen Strategie zu einer wirtschaftlichen Notwendigkeit.

Das Ziel ist, den Energieverbrauch in eine negative Korrelation zu den Energiepreisen zu bringen - also mehr zu verbrauchen, wenn die Preise niedrig sind, und weniger, wenn sie hoch sind.

Dies erfordert ein Umdenken in der Produktionsplanung, die künftig stärker von Energiemarktpreisen abhängig sein sollte.

Wie funktioniert Flexibilisierung in der Praxis?

Flexibilisierung bedeutet nicht zwangsläufig, komplette Schichtmodelle zu verändern. Vielmehr geht es darum, einzelne Prozessschritte zu identifizieren, die zeitlich verschoben werden können, ohne die Gesamtproduktion zu beeinträchtigen. Im Webinar wird klargestellt, dass es nicht darum geht, etablierte Arbeitszeiten komplett umzustrukturieren oder Mitarbeiter zu bitten, zu ungewohnten Zeiten zu erscheinen.

Stattdessen liegt der Fokus auf der detaillierten Analyse des Lastgangs - also der zeitlichen Verteilung des Energieverbrauchs. Innerhalb dieses Lastprofils existieren zahlreiche einzelne Prozesse, die aufeinander aufbauen. Die Kunst besteht darin, jene Prozesse zu identifizieren, die zeitlich flexibel sind und im Idealfall keine direkten Auswirkungen auf kundenkritische Abläufe haben. Diese gezielten Anpassungen einzelner Prozessschritte können in Summe erhebliche Einsparungen bewirken, ohne den Gesamtbetrieb zu stören.

Erfolgsbeispiel: 10% Kosteneinsparung durch Prozessoptimierung

Im Webinar wird ein konkretes Beispiel vorgestellt: Bei einem Kunden mit DMG-Mori-Maschinen wurden einzelne Produktionsprozesse identifiziert und nach Spotmarktpreisen optimiert. Das Ergebnis: Der Kunde konnte direkt 10% seiner Energiekosten einsparen, was einer Reduktion von 0,8 Cent pro Kilowattstunde entspricht.

Zusätzlich zur Kosteneinsparung wurde auch der CO2-Fußabdruck reduziert, da der Verbrauch in Zeiten mit höherem Anteil erneuerbarer Energien im Strommix verlagert wurde.

Die drei Säulen der erfolgreichen Flexibilisierung

Für eine erfolgreiche Flexibilisierung drei zentrale Elemente notwendig:

  1. Prozessverständnis: Ein tiefes Verständnis der eigenen Prozesse und der Identifikation von Prozessschritten, die flexibilisiert werden können.
  2. Transparenz: Die Implementierung von Sensorik und Monitoring-Systemen, um Transparenz über den Energieverbrauch zu schaffen.
  3. Künstliche Intelligenz: Der Einsatz von KI-Systemen zur Verarbeitung großer Datenmengen und zur Erstellung von Vorhersagemodellen für Energiepreise und -verbräuche.

"Wir nutzen KI nicht einfach nur, weil es jedes Marketing von uns erfordert, sondern weil wir auf Basis von künstlicher Intelligenz große Datenmengen verarbeiten können und es schaffen, mehr über Vorhersagen zu sprechen, mehr in Vorhersagen zu denken, einfach einen Tick weit klüger zu sein", erklärt Dekorsy.

Flexibilisierung vs. Batteriespeicher

Ein interessanter Vergleich wurde zwischen zwei Ansätzen zur Optimierung des Energieverbrauchs gezogen: Prozessflexibilisierung und der Einsatz von Batteriespeichern. Obwohl Batteriespeicher oft als einfachere Lösung erscheinen, stellt die Flexibilisierung von Prozessen den größten Ersparnishebel dar, den Unternehmen effektiv nutzen können.

Während Batteriespeicher eine gewisse Unabhängigkeit von Preisschwankungen ermöglichen, greift die Prozessflexibilisierung direkt in die Verbrauchsstruktur ein und optimiert diese nachhaltig. Diese grundlegende Anpassung der Energienutzung führt langfristig zu substanzielleren Einsparungen und einer besseren Anpassung an die Volatilität des Energiemarktes.

Relevanz für verschiedene Branchen

Die Flexibilisierung ist nicht nur für produzierende Unternehmen relevant, sondern für alle Branchen. In Seniorenheimen können beispielsweise Prozesse wie Kochen und Waschen zeitlich optimiert werden. Auch in 24/7-Betrieben wie Druckereien oder Stahlwerken existieren Peripherprozesse, die flexibel gestaltet werden können, um zusätzliche Einsparungen zu erzielen.

Diese Beispiele unterstreichen, dass selbst in kontinuierlich laufenden Betrieben Potenziale zur Flexibilisierung vorhanden sind, ohne den Gesamtbetrieb zu beeinträchtigen. Die Anpassung einzelner Teilprozesse an günstigere Energiepreiszeiten ist in nahezu jeder Branche möglich und kann zu signifikanten Kosteneinsparungen führen. Der Schlüssel liegt in der detaillierten Analyse der betrieblichen Abläufe und der Identifikation jener Prozesse, die zeitlich verschoben werden können, ohne kritische Betriebsabläufe zu stören.

Der Weg zur Flexibilisierung mit ecoplanet

ecoplanet bietet Unternehmen umfassende Unterstützung bei der Implementierung von Flexibilisierungsstrategien. Der Ansatz geht dabei weit über die bloße Bereitstellung einer Software hinaus. Wir legen großen Wert auf eine intensive Zusammenarbeit mit unseren Kunden und eine starke persönliche Involvierung in den Implementierungsprozess.

Diese enge Kooperation ist ein zentrales Element der Unternehmensphilosophie. ecoplanet versteht die Flexibilisierung als Innovationsprojekt für unsere Kunden und investiert die nötige Zeit, um maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln, die auf die spezifischen Anforderungen jedes Unternehmens zugeschnitten sind. Mit dem ecoplanet Cockpit steht unseren Kunden zudem ein leistungsstarkes Tool zur Verfügung, mit dem sie ihre Energieverbräuche detailliert analysieren und konkrete Einsparpotenziale identifizieren können.

Die Kombination aus persönlicher Betreuung und fortschrittlicher Technologie ermöglicht es Unternehmen, den Übergang zu einem flexiblen Energiemanagement effizient und erfolgreich zu gestalten.

Fazit: Jetzt handeln für die Zukunft

Angesichts der steigenden Bedeutung erneuerbarer Energien und der zunehmenden Elektrifizierung wird die Flexibilisierung des Energieverbrauchs immer wichtiger.

Dekorsy empfiehlt Unternehmen, sich jetzt auf die kommenden Veränderungen vorzubereiten. Denn die Flexibilisierung des Energieverbrauchs ist nicht nur ein Kostenfaktor, sondern ein entscheidender Wettbewerbsvorteil in einer zunehmend volatilen Energielandschaft. Unternehmen, die jetzt handeln, werden in den kommenden Jahren von erheblichen Kosteneinsparungen profitieren und gleichzeitig einen Beitrag zur Energiewende leisten.